Magento oder WooCommerce? So finden Sie das passende Shopsystem

Magento oder WooCommerce? Wir vergleichen Sortiment, Sprachen, B2B, Inhalte, Hosting und Pflege und zeigen, welches Shopsystem zu welchem Händler passt.

Magento oder WooCommerce? Diese Frage stellt sich, wenn Sie einen neuen Online-Shop planen oder Ihr bisheriges System ablösen möchten. Beide Shopsysteme sind etabliert und lassen sich frei erweitern, richten sich aber an recht unterschiedliche Händler.

In diesem Shopsystem-Vergleich stellen wir beide kurz vor, gehen die Punkte durch, die im Alltag zählen, und geben Ihnen eine Entscheidungshilfe. Wir entwickeln selbst Shops mit Magento und mit WooCommerce – und empfehlen das System, das zu Ihrem Geschäft passt.

Magento und WooCommerce kurz vorgestellt

WooCommerce ist eine kostenlose Shop-Erweiterung für WordPress. Website, Ratgeber und Shop laufen damit in einem System. Für Zahlungsarten, Versand und viele weitere Aufgaben gibt es ein großes Ökosystem an Erweiterungen, und die Anforderungen an das Hosting sind geringer als bei Magento.

Magento ist ein eigenständiges Shopsystem und gehört seit 2018 zu Adobe. Die aktuelle Generation Magento 2 erschien 2015 und ist in zwei Ausgaben erhältlich: als kostenloses Magento Open Source und als lizenzpflichtiges Adobe Commerce, auch als Cloud-Variante. Magento richtet sich an Händler mit großen Sortimenten, mehreren Ländern und engen Schnittstellen zu anderen Systemen.

Einen Überblick über weitere Wege, etwa Mietshops, gibt unser Beitrag Online-Shop erstellen lassen.

WooCommerce vs. Magento im Vergleich

Sortiment und Varianten

Magento ist als Shopsystem für große Sortimente ausgelegt: viele Artikel mit zahlreichen Varianten, Eigenschaften und Filtern. Die Katalogsuche übernimmt seit Version 2.4 ein eigener Suchdienst – Elasticsearch oder OpenSearch. Auch WooCommerce verwaltet Produkte mit Varianten wie Größe oder Farbe. Je umfangreicher der Katalog wird, desto wichtiger werden dort aber passendes Hosting und eine durchdachte Suche.

Mehrere Sprachen, Länder und Shops

In einer Magento-Installation lassen sich mehrere Websites, Stores und Store Views anlegen, etwa eine Ansicht je Sprache. So betreuen Sie mehrere Länder oder Marken aus einer Verwaltung. Bei WooCommerce kommt Mehrsprachigkeit über Erweiterungen hinzu. Für einen Shop in zwei Sprachen ist das gut machbar; bei vielen Ländern, Währungen und Shops wird das Zusammenspiel aufwendiger.

Kundengruppen und B2B

Bei Magento gehören Kundengruppen und Staffelpreise schon in der Ausgabe Open Source zum Standard, erweiterte B2B-Funktionen bietet Adobe Commerce. WooCommerce bringt Kundengruppen mit eigenen Preisen nicht im Kern mit; sie lassen sich über Erweiterungen oder ein eigenes Plugin ergänzen. Für einzelne Händlerpreise reicht das oft aus. Ein umfangreiches Geschäft mit Firmenkunden ist bei Magento besser aufgehoben.

Inhalte und SEO

Hier liegt eine Stärke von WooCommerce, denn WordPress ist ein Content-System. Ratgeber, Landingpages, Kategorietexte und Produkte pflegen Sie in derselben Oberfläche und verlinken sie unkompliziert untereinander. Magento kann Inhaltsseiten ebenfalls verwalten, ist aber in erster Linie ein Shopsystem. Für die Sichtbarkeit bei Google zählen bei beiden vor allem eigene Texte, eine saubere technische Grundlage und kurze Ladezeiten.

Erweiterungen und Ökosystem

WooCommerce profitiert vom großen Ökosystem rund um WordPress. Erweiterungen für Magento finden Sie unter anderem im Adobe Commerce Marketplace. Ob Magento oder WooCommerce: Die Qualität der Erweiterungen ist sehr unterschiedlich, und jede bringt Code mit, der gepflegt werden muss. Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob eine Erweiterung aktiv weiterentwickelt wird und ob Sie sie wirklich brauchen. Wir setzen eigene Funktionen als Modul oder Plugin um, ohne den Kern des Systems zu verändern.

Hosting und Betriebsaufwand

WooCommerce stellt geringere Anforderungen an das Hosting. Magento braucht mehr: Seit Version 2.4 gehört ein Suchdienst dazu, für den Produktivbetrieb wird Varnish als vorgeschalteter Zwischenspeicher empfohlen, und Redis für Cache und Sitzungsdaten ist verbreitet. Installation und Updates laufen über Composer.

Adobe veröffentlicht regelmäßig neue Versionen und Sicherheits-Patches; jede Version unterstützt bestimmte PHP-Versionen und hat ein Supportende. Updates spielen wir bei beiden Systemen zuerst auf einer Staging-Umgebung ein, einer Kopie des Shops für Tests. Wer sich darum nicht selbst kümmern möchte, gibt diese Aufgaben ab – etwa im Rahmen von Hosting und Wartung.

Pflege durch das eigene Team

Wer schon mit WordPress arbeitet, findet sich in WooCommerce schnell zurecht, denn Produkte, Bestellungen, Seiten und Beiträge liegen in einer Oberfläche. Die Verwaltung von Magento ist umfangreicher, weil sie mehr Funktionen abbildet. Produkte, Preise und Bestellungen pflegt Ihr Team bei beiden Systemen nach einer Einweisung selbst. Für technische Aufgaben braucht Magento Entwickler mit Erfahrung in genau diesem System.

Kosten über die Laufzeit

WooCommerce und Magento Open Source sind kostenlos, Adobe Commerce ist lizenzpflichtig. Über die Laufzeit zählen aber andere Posten: Entwicklung, Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen, Updates, Wartung und Weiterentwicklung. Bei Magento fallen Hosting und Pflege in der Regel aufwendiger aus. Dafür bringt es Funktionen für große Händler mit, die bei WooCommerce erst ergänzt werden müssten. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Start, sondern den Aufwand über mehrere Jahre.

Entscheidungshilfe: Magento oder WooCommerce?

WooCommerce passt, wenn …

  • Ihr Sortiment überschaubar ist und ohne komplexe Preisregeln auskommt.
  • Ratgeber, Landingpages und andere Inhalte eine große Rolle in Ihrem Marketing spielen.
  • Ihr Team Website und Shop in einer Oberfläche pflegen möchte.
  • Sie vor allem in einem Land und in einer Sprache verkaufen.
  • Sie mit überschaubarem Aufwand für Hosting und Betrieb starten möchten.

Magento passt, wenn …

  • Sie viele Artikel mit zahlreichen Varianten, Eigenschaften und Filtern anbieten.
  • mehrere Länder, Sprachen oder Marken aus einer Installation bedient werden sollen.
  • Geschäftskunden eigene Kundengruppen, Staffelpreise oder B2B-Funktionen brauchen.
  • Warenwirtschaft, Lager und Versand über Schnittstellen eng angebunden werden müssen.
  • Sie einen Partner für anspruchsvolles Hosting, regelmäßige Updates und Weiterentwicklung einplanen.

Treffen Punkte aus beiden Listen zu, gibt oft die Richtung den Ausschlag, in die Ihr Shop wachsen soll. Neben Magento und WooCommerce kommen weitere Systeme infrage, etwa Shopware, ein verbreitetes Shopsystem aus Deutschland. Und passt Ihr Geschäftsmodell in kein Standardschema, kann eine individuelle Lösung sinnvoll sein – mehr dazu unter Portale und Shops.

Später wechseln: möglich, aber aufwendig

Ein Shopsystem ist keine Entscheidung für immer. Ein späterer Wechsel ist aber ein Umzug: Produkte, Kunden und Bestellungen werden übertragen, Design und Erweiterungen im neuen System neu umgesetzt, und jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung auf die passende neue Seite. Wie viel dabei zu bedenken ist, zeigt schon der Wechsel innerhalb derselben Produktfamilie, den wir im Beitrag Magento 1 vs. Magento 2 beschreiben.

Wählen Sie deshalb ein System, das nicht nur zu Ihrem heutigen Shop passt, sondern auch zu Ihren Plänen. Mit WooCommerce lässt sich vieles später nachrüsten. Ein Wechsel zu Magento lohnt sich, wenn Sortiment, Märkte oder Geschäftskunden mehr verlangen, als sich mit vertretbarem Aufwand ergänzen lässt.

Häufige Fragen

Ist WooCommerce auch für große Shops geeignet?

Das hängt weniger von der Zahl der Produkte ab als von Ihren Anforderungen. Mit passendem Hosting, schlanken Erweiterungen und einer durchdachten Suche kann WooCommerce auch größere Sortimente tragen. Kommen mehrere Länder, Kundengruppen und enge Schnittstellen hinzu, ist Magento oft die passendere Grundlage.

Welches Shopsystem lädt schneller?

Das entscheidet vor allem die Umsetzung: Hosting, Caching, Bildgrößen und die Zahl der Erweiterungen. Magento bringt mit dem integrierten Full-Page-Cache eine gute Grundlage mit, braucht dafür aber eine passende Serverumgebung. Ein schlank aufgebauter WooCommerce-Shop kann ebenso zügig laden.

Kann ich WooCommerce in meine bestehende WordPress-Website einbauen?

Ja, denn WooCommerce ist eine Erweiterung für WordPress. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Zustand Ihrer Website ab: Theme, Erweiterungen und Hosting sollten zu einem Shop passen. Wir sehen uns das vorher an und sagen Ihnen offen, ob ein Ausbau oder ein Neuaufbau der bessere Weg ist.

Entwickeln Sie Shops mit beiden Systemen?

Ja. Wir entwickeln und betreuen Shops auf Magento 2 – mit Magento Open Source und mit Adobe Commerce – sowie auf WordPress mit WooCommerce. Dazu gehören Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Zahlung und Versand und auf Wunsch die Prüfung bestehender Shops. Mehr dazu auf unserer Seite zur Magento-Entwicklung.

Fazit

Magento oder WooCommerce – das ist keine Frage von gut oder schlecht, sondern davon, was zu Ihrem Geschäft passt. WooCommerce ist die schlanke Wahl für Händler mit überschaubarem Sortiment, die Inhalte und Shop in einem System pflegen möchten. Magento spielt seine Stärken bei großen Sortimenten, mehreren Ländern, Kundengruppen und engen Schnittstellen aus und verlangt dafür mehr Aufwand bei Hosting und Pflege.

Sie sind unsicher, welches System zu Ihnen passt? Im kostenlosen Erstgespräch per Telefon oder Video-Call gehen wir Ihre Anforderungen durch und schätzen gemeinsam ein, welches Shopsystem für Ihre Pläne infrage kommt. Betreiben Sie bereits einen Shop, beziehen wir ihn gern in die Einschätzung ein.

Marcel Czeranski

Gründer und Geschäftsführer von Marcze Media. Er entwickelt WordPress-Websites, Apps und Plugins – und mit Sponties, Fleißstern und KakapoWP eigene digitale Produkte.

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